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Inhaltsangabe Forschung und Wissenschaft Herbst 2005 - Tischri 5766

Editorial
    • Editorial - Oktober 2005 [pdf]

Rosch Haschanah 5766
    • Die Kraft des Gebets [pdf]
    • Solidarität und Erlösung [pdf]

Politique
    • Ein riskantes Vorhaben [pdf]

Interview
    • Quo Vadis Israel? [pdf]
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Kunst und Kultur
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Analyse
    • Antisemitismus und Alternative Geschichte [pdf]
    • Alter Wein in neuen Schläuchen [pdf]

Reportage
    • Das Vidal Sassoon Center [pdf]
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Profil
    • Präzision und Flexibilität [pdf]

Porträt
    • Der Wein der Liebe [pdf]

Slowakei
    • Jerusalem und Bratislava [pdf]
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Schicksal
    • Von Auschwitz Nach Urdorf [pdf]

Forschung und Wissenschaft
    • Schöne Silhouette! [pdf]
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Ethik und Judentum
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Das gute Gedächtnis
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Schöne Silhouette!

Von Roland S. Süssmann
:Ich habe kürzlich einen Schönheitschirurgen gefragt, weshalb die meisten seiner Kunden bereit seien, sich mit dem einzigen Ziel unters Messer zu legen, besser auszusehen. Er antwortete: «Es gibt zwei Gründe: erstens ist der Schmerz, den die Operation verursacht, zeitlich beschränkt, und zweitens ist er deutlich geringer als das Leiden, das der Betroffene täglich vor dem Spiegel erlebt, der ihm ein Bild von sich vermittelt, das er hasst und unter dem er den ganzen Tag leidet».
Die entsprechenden Fachmagazine, insbesondere die Frauenpresse, quellen über von Artikeln über Diäten, die angeblich immer erfolgreicher und weniger lästig sind als frühere, und berichten über die Vorzüge der modernsten Techniken der Schönheitschirurgie, darunter vor allem der Liposuktion, des Absaugens von Fett unter der Haut. Doch im Gegensatz zur allgemeinen Annahme handelt es sich nicht um einen banalen Eingriff, sondern sehr wohl um eine invasive Operation.
In ihrer Ausgabe vom 19.-26. August 2002 veröffentlichte Business Week die Liste der 25 Ideen, welche die Medizin revolutionieren würden. Der Untertitel zu dieser Serie lautete: «Die neuen Behandlungsmethoden sollen weniger schwer wiegend, kürzer, billiger und wirksamer sein». Es ist allgemein bekannt, dass Israel das Land der Wunder ist. Nun hat vor kurzem die kleine Hightech-Gesellschaft ULTRASHAPE einen Apparat namens CONTOUR1 auf den Markt gebracht, dank dem die unerwünschten Fettpolster auf nicht-invasive Art reduziert werden können, kurz, sie bot eine Alternative zur Liposuktion.
Wunder oder Illusion? Weder noch! Die Fettabsaugung zählt zu den chirurgischen Eingriffen, die weltweit am häufigsten durchgeführt werden, allein im vergangenen Jahr gab es in den USA 675'000 Operationen dieser Art. Im Gegensatz zu den operativen Verfahren, in deren Verlauf das unerwünschte Fett physisch aus dem Körper entfernt wird, verwendet die von Ultrashape entwickelte Methode die Energie des Ultraschalls, die ein selektives Zerstören der Fettzellen bewirkt, ohne das andere Gewebe zu beschädigen. Das restliche Fett wird auf natürliche Weise innerhalb von drei Wochen nach der Behandlung eliminiert. Man muss sich bewusst sein, dass dieses Verfahren im Gegensatz zur Fettabsaugung keinerlei Narkose erfordert und somit alle mit einer Operation verbundenen möglichen Risiken und Komplikationen aufhebt. Neugierig geworden angesichts dieser neuen Technologie haben wir Dr. YORAM ESHEL aufgesucht, Mitbegründer und Generaldirektor von Ultrashape, den wir gebeten haben, uns zusätzliche Informationen zur von ihm entwickelte «Wundermaschine» zu geben.

Wie ist die Idee entstanden, den «Contour 1» zu entwickeln?

Unser Präsident und Mitbegründer Dr. Ami Glicksman blickt auf über zehn Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Schönheitsbehandlungen zurück. Er leitete als plastischer Chirurg die Einheit für schwere Verbrennungen der Abteilung für plastische Chirurgie im Medical Centre Sheba von Tel Aviv. Neben seinen medizinischen Qualifikationen war er sechs Jahre lang als Chefprogrammierer im elektronischen Corps des Hauptcomputers der Armee tätig. Vor einigen Jahren kam er auf die Idee, den Contour 1 zu entwickeln, weil er sich sagte, dass es machbar sein müsste, Fettzellen durch Ultraschall zu zerstören, wenn dies bei Nierensteinen doch möglich sei. Es handelt sich also um das Zerschneiden des Körpers mit Hilfe von Ultraschall. Bis dahin waren nur zwei Lösungen möglich: die klassische Fettabsaugung (Liposuktion) oder das Fettabsaugen durch Ultraschall, wobei diese Technik die Gefässe zerstört, deren Rückstände jedoch anschliessend durch ein herkömmliches Liposuktionssystem entfernt werden. Der Patient macht trotz allem eine Operation durch, auch wenn diese nicht ganz so schwer ausfällt. 2000 suchte mich Dr. Glicksman auf, da ich selbst auch Physiker bin und mich auf dem Gebiet des Ultraschalls gut auskannte. Heute, fünf Jahre später, verfügen wir über einen vollständig in Israel entworfenen, hergestellten und vertriebenen Apparat, der die Zulassung CE besitzt. Letztere verleiht uns Zugang zu allen Märkten der Welt, mit Ausnahme der USA, wo man zusätzlich die Genehmigung der FDA braucht, die wir voraussichtlich Ende 2006 erhalten.

Ist es wirklich möglich abzunehmen, ohne Diät zu halten oder einen chirurgischen Eingriff auf sich zu nehmen?

Ja und nein. Das Resultat unseres Eingriffs lässt sich nicht in Kilogramm messen, sondern in Zentimetern. Mit jeder Behandlung kann ein Patient im Schnitt 2,5cm Bauchumfang verlieren, der im Allgemeinen als «Schwimmreifen» bezeichnet wird. Man muss sich klar machen, dass es hier nicht um eine Gewichtsreduktion geht, sondern um eine Veränderung der Silhouette durch eine Konzentration von Ultraschall. Jeder Gewebetyp besitzt eine für ihn typische Elastizität, und dank eines äusserst präzisen Systems der Parametrisierung wissen wir genau, wie die Fettgefässe zerstört werden müssen. Wir verbrennen das Fett nicht, wir zerstören nur seine Hülle. Der Körper eliminiert anschliessend das Fett über das Lymph- und Immunsystem. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass das Fett vom Blut zur Leber geleitet wird, die es eliminiert oder nicht. Im Verlauf der von uns durchgeführten klinischen Tests haben wir aber vor und nach der Behandlung Ultraschallaufnahmen von der Leber gemacht und es konnte keine Infiltration von Fett festgestellt werden. Dies beweist, dass das in der behandelten Zone eliminierte Fett über natürliche Wege evakuiert wurde, ohne dass sich ein negativer physiologischer Effekt entwickelt hätte.

Wozu dient dann aber die Behandlung?

Was wir erreicht haben, ist eine Veränderung des Fettzellensystems. Bei einer Gewichtszunahme vergrössern sich diese, nimmt man wieder ab, schrumpfen sie, doch es ist immer dieselbe Zahl von Fettzellen da wie bei der Geburt. Wir reduzieren nun die Zahl dieser Zellen an einer bestimmten Stelle des Körpers. Dies heisst, das Fett wird in gewisser Weise aufgelöst und eliminiert, die Silhouette wirkt harmonischer, doch es steht nicht mit Sicherheit fest, ob es zu einer Gewichtsabnahme kommt.

Wie sieht die Behandlung aus?

Wir bieten gegenwärtig eine Sitzung pro Monat an, damit der Körper dazwischen Zeit hat, das Fett zu eliminieren. Die Behandlung ist für alle Personen möglich, die an der Stelle, an der sie behandelt werden möchten, mehr als 1,5 cm Fett aufweisen. Es muss allerdings betont werden, dass unser System sich nicht an fettleibige Menschen wendet, sondern nur an diejenigen, deren Übergewicht unter der Grenze zur Adipositas liegt. Unser Eingriff ist ästhetischer und nicht medizinischer Natur; er stellt kein Heilmittel gegen Fettleibigkeit dar und ersetzt auch nicht den Sport. Sie können also nicht sagen: «Ich lege mich unter diesen Apparat und nehme im Schlaf ab». Was die eigentliche Behandlung angeht, so legt sich der Patient, sobald die zu eliminierende Zone vom Arzt definiert wurde, unter den Apparat und der Techniker bestimmt auf seinem Kontrollbildschirm nacheinander die angegebenen Stellen. Das Ganze dauert rund anderthalb Stunden für den gesamten Bauch und während dieser Zeit kann der Patient lesen, schlafen oder telefonieren. Die ganze Operation ist völlig schmerzlos und erfordert auch keine Cremes oder Öle, auf die man allergisch reagieren könnte.

Haben Sie diese Behandlung am eigenen Körper ausprobiert?

Ja, und ich habe bei den Hosen eine Kleidergrösse verloren, die ich seither nicht wieder zugelegt habe. Wenn ich natürlich hinterher gastronomische Exzesse gefeiert hätte, wäre ich natürlich schnell wieder beim gleichen Volumen gewesen.

Befürchten Sie nicht, dass Ihr System von der gesamten Branche der Schönheitschirurgie, die mit dem Fettabsaugen sehr viel Geld verdient, bekämpft wird?

Ich denke nicht, denn Ultrashape stellt keine direkte Konkurrenz für den Markt der Liposuktion dar. Dazu muss man wissen, dass 7 von 10 Patienten, die einen Arzt aufsuchen, um sich Fett absaugen zu lassen, diesen Gedanken im Grunde abschreckend finden, da es sich trotz allem um eine Operation handelt. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass jährlich ca. 130 Millionen Amerikaner irgendeine Diät anfangen und letztendlich nur 1 Millionen Menschen Liposuktion in Betracht ziehen, von denen ungefähr die Hälfte den Eingriff wirklich machen lassen. Was machen die anderen 129 Millionen Übergewichtigen? In dieser Gruppe befindet sich unser Markt. Ausserdem ist unser Apparat so gebaut, dass er nicht vom Chirurgen bedient wird: seine Tätigkeit beschränkt sich auf die Markierung der zu behandelnden Zone auf dem Bauch des Patienten, dann wird die Behandlung ganz problemlos gemäss den Angaben des Arztes von einem Techniker durchgeführt, der von uns ausgebildet wurde. Der Apparat besitzt ein computergestütztes System der Videosteuerung, damit die bezeichnete Zone homogen behandelt werden kann. Darüber hinaus ist es absolut nicht notwendig, vor oder nach der Behandlung irgendwelche Blutproben oder andere Tests vorzunehmen.

Entwickeln Sie momentan andere neue Verfahren, die Sie auf den Markt bringen werden?

Wir konzentrieren uns vorläufig auf die Kommerzialisierung des bestehenden Produkts, das zurzeit erst in Grossbritannien eingesetzt wird. Es wird vollständig in Israel hergestellt und wir haben soeben eine Reihe von Verträgen für den weltweiten Vertrieb abgeschlossen. Wir haben auch schon mehrere Ausbildungsseminare für die Techniker durchgeführt: das letzte fand im Juli statt und es sind Personen aus 30 Ländern nach Israel gereist, um daran teilzunehmen. In Bezug auf die Zukunft sind mehrere Projekte am Laufen, von denen eines dem bestehenden Produkt gleicht und das Entfernen von Zellulitis ermöglichen wird, dieser anderen Form von sehr oberflächlichem Fett, für die es bis heute keine endgültige Behandlung gibt. Gleichzeitig möchten wir natürlich einen grossen Anteil auf dem Markt der Zellulitisbekämpfung erobern.

Zurzeit befindet sich Ihre Gesellschaft in privater Hand. Gedenken Sie, an die Börse zu gehen?

Ja, aber gegenwärtig kann ich Ihnen nicht sagen, wann und an welchem Börsenplatz dies sein wird. Die Vorbereitungen sind im Gang und ich möchte keine Details verraten, die den Börsengang gefährden könnten.


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